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Präsidentschaftsübergabe der Kulturministerkonferenz von Sachsen an Rheinland-Pfalz

Die Kulturministerkonferenz (Kultur-MK) der Länder zieht zum Ende des Präsidentschaftsjahres 2025 eine positive Bilanz unter der Leitung des Freistaates Sachsen mit Barbara Klepsch, Sächsische Staatsministerin für Kultur und Tourismus. Das Jahr war geprägt von zentralen Weichenstellungen im Umgang mit dem kulturellen Erbe – darunter die Weiterentwicklung der Rückgabe NS-verfolgungsbedingt entzogenen Kulturgutes, Leitlinien zu kolonialen Kontexten und Impulse zur Stärkung kultureller Infrastruktur. Mit dem turnusgemäßen Wechsel der Präsidentschaft zum 1. Januar 2026 übernimmt Rheinland-Pfalz mit Katharina Binz, Ministerin für Familie, Frauen, Kultur und Integration, die Leitung der Kultur-MK und setzt einen neuen Schwerpunkt: Die kulturelle Teilhabe junger Menschen rückt als gesamtgesellschaftliche Aufgabe in den Mittelpunkt der kulturpolitischen Arbeit.

Präsidentschaftsjahr 2025: Impulse aus Sachsen

Im Mittelpunkt der sächsischen Präsidentschaft standen 2025 der verantwortungsvolle Umgang mit dem kulturellen Erbe, die Stärkung der kulturellen Infrastruktur sowie der Kulturtourismus als kultur- und wirtschaftspolitisches Thema. In diesem Rahmen wurden wichtige kulturpolitische Weichen gestellt.

Ein zentraler Meilenstein war die Weiterentwicklung der Rückgabe NS-verfolgungsbedingt entzogenen Kulturgutes. Die Einrichtung der Schiedsgerichtsbarkeit NS-Raubgut, die am 1. Dezember 2025 ihre Arbeit aufgenommen hat, schafft erstmals eine verbindliche Entscheidungsinstanz für strittige Restitutionsfälle. Flankiert wird sie durch die Neufassung der Handreichung zur Umsetzung der Erklärung von Bund, Ländern und kommunalen Spitzenverbänden von 1999, die unter anderem einen verbindlichen Bewertungsrahmen für gerechte und faire Lösungen enthält.

Darüber hinaus verständigten sich Bund, Länder und Kommunen auf Gemeinsame Leitlinien zum Umgang mit Kulturgütern und menschlichen Überresten aus kolonialen Kontexten. Diese bieten konkrete Empfehlungen für einen transparenten, verantwortungsvollen und partnerschaftlichen Umgang mit Rückgaben aus öffentlichen Museen und Sammlungen.

Mit dem 23. Kamingespräch zum Thema Kulturtourismus griff die Kultur-MK zudem ein Thema von grundsätzlicher kulturpolitischer Bedeutung auf. Internationale Perspektiven und wirtschaftliche Zusammenhänge standen dabei ebenso im Fokus wie Impulse für die weitere Entwicklung des Kulturtourismus im ländlichen Raum. Das sächsische Kulturministerium hat in diesem Zusammenhang einen Film zum Kulturtourismus produziert, der auf der Internetseite der Kultur-MK abrufbar ist (https://www.kmk.org/fileadmin/bilder/Themen/Kultur/2026_Kulturtourismus-SN_V4_komp.mp4).

„Das Präsidentschaftsjahr 2025 stand im Zeichen von Verantwortung für unser kulturelles Erbe und der gemeinsamen Weiterentwicklung zentraler kulturpolitischer Themen – von der Rückgabe NS-verfolgungsbedingt entzogenen Kulturgutes über den Umgang mit kolonialen Kontexten bis hin zur Stärkung kultureller Infrastruktur“, erklärt Barbara Klepsch, Sächsische Staatsministerin für Kultur und Tourismus. „Diese Fortschritte waren nur durch die enge und vertrauensvolle Zusammenarbeit aller Länder möglich. Ich wünsche Rheinland-Pfalz und meiner Amtsnachfolgerin Katharina Binz für die kommende Präsidentschaft viel Erfolg und eine glückliche Hand bei der wichtigen Aufgabe, kulturelle Teilhabe junger Menschen weiter in den Mittelpunkt der Kulturpolitik zu rücken.“

Die Ergebnisse des Präsidentschaftsjahres 2025 zeigen, wie wichtig eine kontinuierliche und zugleich zukunftsorientierte Zusammenarbeit der Länder in der Kulturpolitik ist. Auf dieser Grundlage knüpft die Kulturministerkonferenz im kommenden Jahr an bewährte Themen an – und richtet den Blick zugleich verstärkt auf neue gesellschaftliche Herausforderungen.

Präsidentschaft 2026: Kulturelle Teilhabe junger Menschen im Fokus

Mit dem turnusgemäßen Wechsel der Präsidentschaft auf Rheinland-Pfalz zum 1. Januar 2026 setzt die Kulturministerkonferenz einen neuen inhaltlichen Akzent: Die kulturelle Teilhabe junger Menschen rückt als gesamtgesellschaftliche Aufgabe in den Fokus. Rheinland-Pfalz hat diesen Schwerpunkt bereits im Vorfeld seiner Präsidentschaft vorbereitet und wird ihn im Jahr 2026 bundesweit kulturpolitisch vertiefen.

Im Mittelpunkt stehen dabei Fragen der Chancengerechtigkeit, der kulturellen Bildung und der Beteiligung junger Menschen am kulturellen Leben – unabhängig von Herkunft, sozialem Hintergrund oder Wohnort. Der Schwerpunkt soll unter anderem im 24. Kamingespräch im Herbst 2026 weiter vertieft werden.

Katharina Binz, Ministerin für Familie, Frauen, Kultur und Integration des Landes Rheinland-Pfalz und neue Präsidentin der Kulturministerkonferenz betont: „Ich danke Barbara Klepsch und dem Freistaat Sachsen für ein inhaltlich starkes Präsidentschaftsjahr, das wichtige Grundlagen für die weitere Arbeit der Kulturministerkonferenz gelegt hat. Darauf bauen wir auf. Kulturelle Teilhabe junger Menschen ist für uns eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe – sie stärkt Demokratie, Chancengerechtigkeit und Zusammenhalt. Entscheidend ist, dass junge Menschen Kunst und Kultur dort erleben können, wo sie leben – auf dem Land genauso wie in der Stadt. Als Präsidentschaftsland wollen wir diesen Schwerpunkt 2026 gemeinsam mit den Ländern weiterentwickeln und nachhaltig verankern. Erfahrungen aus Rheinland-Pfalz, etwa aus Jugendbefragungen und Landeskulturkonferenzen, bringen wir aktiv ein. Gleichzeitig setzen wir auf den offenen Austausch mit den Ländern und dem Bund, um gemeinsam praxisnahe Lösungen zu finden.“

Ausblick

Auch über den neuen Schwerpunkt hinaus wird die Kulturministerkonferenz ihre Arbeit an zentralen kulturpolitischen Themen fortsetzen. Dazu gehören unter anderem die Stärkung der Provenienzforschung, Fragen zur Zukunft des kulturellen Erbes sowie die Weiterentwicklung internationaler Instrumente wie der UNESCO-Konvention zur Erhaltung des Immateriellen Kulturerbes und des Europäischen Kulturerbesiegels.

Mit der Präsidentschaftsübergabe von Sachsen an Rheinland-Pfalz setzt die Kulturministerkonferenz ihre konsensorientierte Arbeit fort – im Zeichen von Verantwortung für das kulturelle Erbe, Offenheit für neue Themen und dem gemeinsamen Ziel, Kultur als tragende Säule der Gesellschaft zu stärken.