Kulturministerin Katharina Binz hat heute den Kulturförderbericht des Landes Rheinland-Pfalz für die Jahre 2023 und 2024 im Rahmen einer Pressekonferenz vorgestellt. Der vierte Kulturförderbericht zieht Bilanz über die kulturpolitischen Maßnahmen nach der Pandemie und zeigt, wie gezielte Investitionen, neue Förderstrukturen und der Kulturentwicklungsplan die Kulturlandschaft im Land nachhaltig gestärkt haben.
„Nach der Pandemie lag unser Fokus darauf, die Strukturen innerhalb der rheinland-pfälzischen Kulturszene gezielt zu stärken und für zukünftige Herausforderungen wie den demografischen Wandel gut aufzustellen. Grundlage unseres Handelns war und ist der Kulturentwicklungsplan, an dessen Umsetzung mit großer Intensität gearbeitet wird. Dafür war auch ein deutlicher Aufwuchs des Kulturetats notwendig – und ich bin froh, dass wir ihn realisieren konnten“, betonte Kulturministerin Katharina Binz bei der Vorstellung des Berichts.
Aus dem Prozess der Kulturentwicklungsplanung (KEP) wurden zentrale kulturpolitische Leitthemen abgeleitet. Dazu zählen unter anderem die zeitgemäße Weiterentwicklung der Landeskulturförderung, die Stärkung regionaler Kulturlandschaften, bessere Rahmenbedingungen für Kunst- und Kulturproduktion sowie eine stärkere gesellschaftliche Verankerung von Kultur.
Ein zentraler Baustein für die Umsetzung dieser Ziele ist die deutliche Erhöhung der Kulturmittel. Im Jahr 2024 gaben das Land und die Stiftung Rheinland-Pfalz für Kultur insgesamt 171,7 Millionen Euro für Kultur. Das entspricht einem deutlichen Zuwachs gegenüber den Vorjahren. Im aktuellen Doppelhaushalt stieg der Kulturetat des Kulturministeriums um 12 Prozent für 2025 und um 14 Prozent für 2026. Insgesamt haben sich die Ausgaben des Landes für Kultur in dieser Legislaturperiode um rund 28,3 Prozent erhöht.
In den Jahren 2023 und 2024 wurden die Landesmusikakademie in Neuwied-Engers zum „Zentrum der Laienmusik“ von Rheinland-Pfalz ausgebaut, die Mittel für die Musikschulen in dieser Legislaturperiode um 40 Prozent erhöht sowie landesweit 15 Stellen zur Unterstützung der ehrenamtlichen und freien Kulturszene geschaffen. Zudem wurden die Nachwuchsförderung in den Bereichen Jazz, Pop und Rock verbessert und wichtige Zukunftsthemen wie Nachhaltigkeit, kulturelle Teilhabe junger Menschen, die Einführung von Mindesthonoraren und die Provenienzforschung neu in den Blick genommen.
Auch bei der Besetzung zentraler Leitungspositionen konnten wichtige Impulse gesetzt werden – vielfach mit Frauen in Führungsrollen. Beispiele sind die Berufung von Marzena Diakun zur neuen Chefdirigentin der Rheinischen Philharmonie in Koblenz sowie die Übernahme der künstlerischen Leitung der Villa Musica durch Prof. Ervis Gega.
„Die Erfolge sind vielfältig und sichtbar: Wir haben mit den zusätzlichen Mitteln Festivals gesichert, die Kultur in den ländlichen Räumen gestärkt, neue Strukturen aufgebaut, die freie Szene professionalisiert, die kulturelle Bildung deutlich verbessert und mit digitalen Projekten wie dem Landesportal Kreuz – Rad – Löwe neue Zugänge zu unserem kulturellen Erbe geschaffen. Gleichzeitig ist es uns gelungen, Netzwerke auszubauen und das umfängliche kulturelle Angebot in Rheinland-Pfalz sichtbarer zu machen“, so Kulturministerin Binz weiter.
In den kommenden Jahren stehen vereinfachte Förderverfahren, der Ausbau digitaler Strukturen und die konsequente Umsetzung des Kulturentwicklungsplans im Mittelpunkt.
Hintergrund
Der Kulturförderbericht bildet die Landesausgaben ab. Hinzu kommen Mittel von den Kommunen, die etwa die Hälfte der Kulturausgaben in Rheinland-Pfalz tragen sowie weitere Förderungen u.a. aus Bundesprogrammen, aus Stiftungen und der Wirtschaft.
Der vollständige Kulturförderbericht des Landes Rheinland-Pfalz für die Jahre 2023/2024 steht auf kulturland.rlp.de zum Download bereit.
Der Kulturförderbericht 2023/2024 steht unter https://s.rlp.de/Kulturfrderbericht2023-2024 zum Download bereit.