Kulturpolitik: 100-Tage-Bilanz des Dt. Kulturrates

Der Deutsche Kulturrat bewertet Kulturstaatsministerin Grütters erste 100 Tage im Amt als überwiegend positiv für die Kultur auf Bundesebene. Kurz nach Amtsantritt gab Grütters die Verdoppelung der Bundesmittel für den weiteren Ausbau der Provenienzforschung bekannt. In ihrer Rede im Rahmen der Generaldebatte im Deutschen Bundestag sagte sie “Es ist schlicht unerträglich, dass sich immer noch Nazi-Raubkunst in deutschen Museen befindet!”. Zudem setzt sich die Kulturstaatsministerin für eine Ausnahme der Bereiche Kultur und Medien im geplanten Freihandelsabkommen (TTIP) zwischen EU und USA ein und macht sich stark für die Stabilisierung der Künstlersozialversicherung als maßgebliches Instrument zur sozialen Absicherung der freiberuflich tätigen Künstler und Publizisten.
Zwei Wermutstropfen allerdings bleiben. Zum einen befürchtet der Deutsche Kulturrat, dass die Vorliebe der Kulturstaatsministerin für Berlin und Berliner Projekte ihren Blick für wichtige Bundeskulturprojekte verstellen könnte. Zum anderen ist der unerwartete Wechsel des Deutschen Computerspielpreises von BKM zum Ministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur schwer nachvollziehbar. Der Verbleib der Stiftung Digitale Spielekultur im BKM scheint ebenfalls unsicher.
(Pressemitteilung des Dt. Kulturrates vom 25.3.2014)