Reform der MSS – Auswirkungen auf das Fach Bildende Kunst
Der BDK Fachverband für Kunstpädagogik ruft am Dienstag, 29. Juni um 16.30 Uhr vor dem Kultusministerium in Mainz zur Unterstützung der Aktion “Bildung braucht Kunst – Kunst ist kein 5. Rad am Wagen” auf.
Hintergrund ist folgender: Ab dem Schuljahr 2011/2012 ist die Umsetzung einer umfassenden Reform der MSS geplant. Die Schülerinnen und Schüler der jetzigen 9. Klasse werden von diesen Veränderungen somit bereits betroffen sein.
Die Reform wird mit Vereinbarungen der Kultusministerkonferenz vom 24. 10. 2008 begründet, die in den Ländern umgesetzt werden müssen. Im Kern werden hier insbesondere die Fächer Mathematik, Deutsch und Fremdsprachen gestärkt, die mindestens zwei der schriftlich geprüften Fächer im Abitur stellen müssen.
Rheinland-Pfalz plant die Einführung einiger Verschärfungen.
Zentral ist die Definition von zwei möglichen Prüfungsprofilen. Zum einen ein mathematisch-naturwissenschaftliches Prüfungsprofil, zum anderen ein sprachliches Prüfungsprofil. Die Beschränkung auf den rein sprachlichen Bereich darin hat zur Folge, dass der künstlerische Bereich hier keine Rolle mehr spielt (im Unterschied zur KMK) und nicht als Prüfungsbereich für mündliche Prüfungen (= 4. Fach in der Abiturprüfung) eingebracht werden kann.
Folge 1 für Bildende Kunst:
Eine mündliche Abiturprüfung in Bildender Kunst wäre somit in Zukunft überhaupt nicht mehr möglich als 4. Prüfungsfach.
Folge 2 für Bildende Kunst:
Bei jeder Kombination, die Bildende Kunst als Leistungsfach – d.h. als schriftliche Abiturprüfung – enthält, sind nach derzeitigem Stand des Entwurfes fünf Prüfungen (3 schriftlich, 2 mündlich) verpflichtend im Gegensatz zu den meisten anderen jetzt schon häufig gewählten Kombinationen, bei denen es vier bleiben!
Der BDK Rheinland-Pfalz lehnt diese Ungleichbehandlung der Fächer ab, da daraus unterschiedliche Belastungen der Schülerinnen und Schüler resultieren und dies mögliche Folgen für das Zustandekommen von Leistungskursen in Bildender Kunst haben könnte.