Insolvenzgefahr für Kultureinrichtungen?

Angesichts der Finanznot der Kommunen hat der Deutsche Kulturrat die Oberbürgermeister von Städten über 100.000 Einwohner gebeten, zu skizzieren, wie sie meinem, dass sich die Kultur in ihrer Stadt mit Blick auf die schwierige Haushaltslage im Jahr 2006 entwickeln wird, welche Chancen und welche Risiken gesehen werden. Mehr als 50% der deutschen Großstädte haben sich an der Befragung beteiligt. Folgende Ergebnisse wurden veröffentlicht:
– Gemeinsame Not: Haushaltskonsolidierung
Allen Städten ist gemeinsam, dass die Notwendigkeit zur strikten Haushaltskonsolidierung besteht. Trotz der Haushaltsnot herrscht bei den befragten Städten die Position vor, den Kopf nicht in den Sand zu stecken, sondern durch ein ausgewogenes Verhältnis von Breiten- und Spitzenförderung die kulturelle Daseinsvorsorge sicherzustellen.
– Gemeinsames Anliegen: Kulturelle Bildung
Entsprechend der Bedeutung, die der Breitenkultur beigemessen wird, wird die kulturelle Bildung von den meisten Oberbürgermeistern als ein wesentliches Feld ihrer Arbeit betrachtet.
– Gemeinsame Perspektive: Privates Engagements ist unverzichtbar
Unisono wird von den Oberbürgermeistern betont, dass das private Engagement unerlässlich ist, um die kulturelle Infrastruktur in den Städten zu sichern.
– Häufiges Problem: Verhältnis Stadt – Land
Viele Oberbürgermeister berichten von dem Problem, das sinkende Landeszuschüsse zu Kultureinrichtungen, die gemeinschaftlich vom Land und der Kommune gefördert werden, das Kulturangebot in der Stadt verschlechtern, da die Städte die sinkenden Landeszuschüsse nicht auffangen kann.
– Zukunftsproblem: Demografischer Wandel
Eine besondere Herausforderung bildet der demografischen Wandel sowie die Abwanderung. Besonders in den ostdeutschen Kommunen stellt die Abwanderung eine ernste Gefahr dar, aber auch die westdeutschen Kommunen mit einer schwachen wirtschaftlichen Ausgangssituation sind massiv von Abwanderung betroffen.
– Lösungsstrategie: Veränderte Strukturen
Sowohl in den Kultureinrichtungen als auch in der Kulturverwaltung wurde in den vergangenen Jahren eine Reihe von Strukturveränderungen eingeleitet.

Die Oberbürgermeisterbefragung Kultur 2006 ist abgedruckt in der November/Dezember-Ausgabe von politik und kultur, der Zeitung des Deutschen Kulturrates, die an großen Kiosken, sowie in Bahnhöfen und Flughäfen erhältlich ist. politik und kultur kann auch im Internet als pdf-Datei unter www.kulturrat.de/puk/puk06-05.pdf (2,8 MB) herunter geladen werden.