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  • Beim Themenfeld „Nachhaltigkeit“ waren lange vor allem Fragen der Umwelt, der Mobilität, des Ressourcenverbrauchs und der Energieeffizienz von Bedeutung. Dies ungeachtet dessen, dass es bereits seit 1992 verschiedene Bestrebungen gibt, auch die kulturelle Dimension und die Bedeutung von Kultur für die Nachhaltigkeit herauszuarbeiten. Nun nimmt das Thema noch mal Fahrt auf und dies nicht nur im aktuellen Unesco-Weltbericht: „Kultur ist die DNA einer Stadt und muss integraler Bestandteil von Stadtentwicklungsstrategien sein“, so Karin v. Welck, Vorstandsmitglied der Deutschen Unesco-Kommission.

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Auf Sparflamme: Kulturpolitik 2017 (Jahresbilanz des Dt. Kulturrates)

Der Deutsche Kulturrat, der Spitzenverband der Bundeskulturverbände, schätzt das zu Ende gegangene Jahr kulturpolitisch durchwachsen ein. Seit einem halben Jahr ist das politische Berlin, d.h. die Bundesregierung und in der Folge auch der Deutsche Bundestag, aufgrund der Bundestagswahl und der danach nicht erfolgten Regierungsbildung, nur eingeschränkt arbeitsfähig. Dadurch sind nicht wenige kulturpolitische Maßnahmen und Diskussionen behindert worden.

Hier einige positive, ambivalente und negative kulturpolitische Ereignisse des Jahres 2017 auf der Bundesebene:

Positiv
– Die Initiative kulturelle Integration legte fünfzehn Thesen zu Zusammenhalt in Vielfalt vor. Unter der Moderation des Deutschen Kulturrates diskutierten zivilgesellschaftliche Dachverbände, Kirchen und Religionsgemeinschaft, Medien und Vertreter der staatlichen Ebenen, von den Kommunen über die Länder bis zum Bund, über kulturelle Integration und Zusammenhalt.
– Geschlechtergerechtigkeit im Kulturbereich war wichtiges Thema 2017. Ein Frauenkulturbüro konnte als eine Reaktion auf die Studie des Deutschen Kulturrates zur Geschlechtergerechtigkeit im Kulturbereich eingerichtet werden.
– Computerspiele wurde nach zehnjährigen Kampf auch von der Bundesregierung als Kulturgut anerkannt. Die Bundeskanzlerin eröffnete die gamescom 2017 in Köln.
– Künstlersozialabgabe sinkt noch einmal deutlich. Die Künstlersozialkasse wurde damit noch einmal deutlich stabilisiert.

Ambivalent
– Zehn Jahre lang wurde sich auf das 500-jährige Reformationsjubiläum vorbereitet. Es war die größte Kulturveranstaltung des Jahres. Der Hauptakteur, die Evangelische Kirche in Deutschland (EKD), hätte durch mehr Einbindung der zivilgesellschaftlichen Akteure bei der Planung des Ereignisses noch deutlich größere öffentliche Wirkung erzielen können.
– Das ambitionierte Projekt der Rekonstruktion des Preußischen Stadtschlosses in der Mitte von Berlin nimmt immer deutlichere bauliche Formen an. Nur die Idee des Humboldtforums, der nicht weniger ambitionierte inhaltliche Kern, ist immer noch verschwommen.

Negativ
– Die AfD erringt ihren großen Wahlsieg bei der Bundestagswahl gerade auch mit Kulturthemen. Große Besorgnis im Kulturbereich, dass die AfD im Deutschen Bundestag den Vorsitz des Kulturausschusses anstreben könnte.
– Immer öfter wird versucht, Kunst auch in Deutschland zu zensieren. Die #MeToo-Debatte geht manchmal seltsame Wege.
– Dramatische Bildungsungerechtigkeit in Deutschland hat laut IGLU-Studie weiter zugenommen.
– EU-Parlament stimmt für die vorläufige Anwendung des umstrittenen Handelsabkommen CETA. Auch wenn der Kulturbereich von der vorläufigen Anwendung ausgenommen ist, ist der Schaden für die öffentliche Daseinsvorsorge groß.
– Die politischen Veränderungen in den USA haben auch Auswirkungen auf die Kulturpolitik in Deutschland. Schon der vorläufige Einreisestopp in die USA traf auch den Kulturaustausch empfindlich. Jetzt wollen die USA zum 31.12. 2018 der UNESCO endgültig den Rücken kehren. Das ist ein schwerer Schlag für die internationale Kulturzusammenarbeit.

Mehr unter www.kulturrat.de/pressemitteilung/auf-sparflamme-kulturpolitik-2017-jahresbilanz

Aktualisiert am 10. Januar 2018