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Brandanschlag auf Demokratiebahnhof Anklam, Preisträger „Kultur öffnet Welten“

In der Nacht vom 9. auf den 10. Juni 2017 ist ein Brandanschlag auf den Demokratiebahnhof Anklam, diesjähriger Preisträger der Bundesinitiative „Kultur öffnet Welten“, verübt worden.

Die Bundesvereinigung Soziokultureller Zentren e.V. hat dazu eine Stellungnahme verfasst (hier Auszüge):

Die Bundesvereinigung Soziokultureller Zentren verurteilt den feigen Anschlag mit aller Entschiedenheit und anerkennt mit großem Respekt die Entschlossenheit der Engagierten des Demokratiebahnhofs Anklam, sich auch von diesem Gewaltakt nicht entmutigen zu lassen, sondern sich jetzt erst recht für ihre Ziele einzusetzen. Dabei stehen wir, die soziokulturellen Zentren und Initiativen bundesweit, die Landesverbände und der Bundesverband, fest an ihrer Seite.

Der Demokratiebahnhof Anklam eröffnet in Zeiten der Verunglimpfung von Demokratie und erstarkenden rechtspopulistischen Parteien insbesondere den Jugendlichen mit vielfältigen Aktionen und Veranstaltungen spannende Möglichkeiten zur Beteiligung und Mitsprache. Mehrgleisig in den Künsten, signalgebend für die Region und mit der Kraft einer Lokomotive wird hier wahre Pionierarbeit geleistet, denn Anklam in Mecklenburg-Vorpommern steht nicht ohne Grund in den Medien für eine „abgehängte“ Gesellschaft und gefestigte rechtsextreme Strukturen. Politische Teilhabe von Jugendlichen war in Anklam nicht nennenswert vorhanden, bis der Pfadfinderbund Mecklenburg-Vorpommern ein leerstehendes Bahnhofsgebäude nutzte und den Demokratiebahnhof Anklam gründete, dessen Name seitdem Programm ist. Dafür hat die Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien, Staatsministerin Monika Grütters, dem Pfadfinderbund Mecklenburg-Vorpommern im April 2017 den Preis der Bundesinitiative „Kultur öffnet Welten“ verliehen.

Die Bundesvereinigung Soziokultureller Zentren vereint unter ihrem Dach 560 soziokulturelle Zentren und Initiativen. Davon haben 41 Prozent politisches Engagement als besonderen Schwerpunkt. Soziokulturelle Zentren sind per se politisch, denn sie sind Orte demokratischer Kultur und gesellschaftlicher Vielfalt. Im Ringen um Demokratie, Menschenwürde und Zukunft sind sie seit jeher auf der Vorreiterposition. Der brutale Angriff auf Menschenleben und Sachwerte zeigt einmal mehr, wie dringend die Aktivisten der Soziokultur gebraucht werden.

Die Bundesvereinigung Soziokultureller Zentren fordert Verwaltung und Politik bundesweit auf, die Strukturen der zivilgesellschaftlich organisierten Kulturinitiativen zu stabilisieren, angemessen zu fördern und die Akteure insbesondere in schwierigen Zeiten nachhaltig zu stärken!

Aktualisiert am 16. Juni 2017