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PISA-Studie: Künstlerische Fächer leiden seit Jahren unter den Untersuchungen

Am 6. Dezember stellte die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) in Berlin ihre sechste PISA-Studie seit dem Jahr 2000 vor.

Der Deutsche Kulturrat, der Spitzenverband der Bundeskulturverbände, anerkennt, dass insbesondere durch die erste PISA-Studie bildungspolitische Veränderungen möglich wurden, die ansonsten kaum umgesetzt worden wären. Zugleich müssen aber auch die negativen Wirkungen auf die künstlerischen Schulfächer durch die PISA-Untersuchungen deutlich benannt werden. Allzu oft wird vergessen, dass die OECD (Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung) keineswegs eine Institution ist, die aus altruistischen Gründen das Bildungswesen untersucht. Die OECD ist der Zusammenschluss von 35 marktwirtschaftlich orientierten Ländern, die sich unter anderem der Förderung eines nachhaltigen Wirtschaftswachstums und des Wachstums des Welthandels verschrieben hat. Bildung dient dazu, diese Ziele zu verwirklichen.

Die Vorsitzende der Kultusministerkonferenz (KMK) Claudia Bogedan (SPD) riet für die neuen Ergebnisse zu Gelassenheit. Tests wie PISA würden bei der Einordnung des Bildungsgeschehens helfen und Orientierung für das politische Handeln bieten, sagte die Bremer Bildungssenatorin den Zeitungen der Funke Mediengruppe. „Eine Aussage über die Qualität von Bildungsprozessen erlauben sie nicht. Hier braucht es tiefere Einblicke.“ Diese Aussage der KMK-Vorsitzenden unterstützen wir nachdrücklich.

Der Geschäftsführer des Deutschen Kulturrates, Olaf Zimmermann, sagte: „Gerade die künstlerischen Fächer leiden seit Jahren unter den PISA-Untersuchungen. Nur die vermeintlich messbaren „harten“ Schulfächer wurden abgeprüft. Künstlerische Fähigkeiten erscheinen oft nur noch als ein entbehrlicher Luxus, der eine Schulkarriere behindert. Das von der OECD angelegte Untersuchungsraster geht eindeutig zu Lasten der künstlerischen Fächer in der Schule. Die PISA-Ergebnisse können wichtige Hinweise für die Schulentwicklung geben, eine umfassende Bildungspolitik können sie aber nicht ersetzen.“

(Pressemitteilung des Dt. Kulturrates vom 6.12.2016)

Aktualisiert am 13. Dezember 2016